Technik

Moderne Sensortechnik
und Thermografie im Einsatz

Brände in der Säge- und Holzindustrie entstehen häufig nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum durch überhitzte Lager, defekte Elektromotoren, beschädigte Fördertechnik oder schwelende Glutnester. Moderne Thermografiekameras, intelligente Sensoren und KI-gestützte Auswertungssysteme ermöglichen es heute, solche Risiken frühzeitig zu erkennen – oft lange bevor Rauch entsteht oder klassische Brandmeldeanlagen reagieren.

Im Rahmen der Studie „Die Wirksamkeit von IoT im Risikomanagement“ hat der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband gemeinsam mit Partnern die Einsatzmöglichkeiten moderner Überwachungstechnologien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass kontinuierliche Temperaturüberwachung und intelligente Datenauswertung einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Brandschäden und Betriebsunterbrechungen leisten können. Moderne Systeme erkennen Temperaturanstiege, ungewöhnliche Betriebszustände oder technische Defekte in Echtzeit und lösen abgestufte Alarmketten aus, bevor ein Schaden entsteht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere in Betrieben ohne Sprinkleranlage erhebliche Potenziale zur Verbesserung der Risikosituation bestehen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Brandschutzkonzepten setzen diese Systeme bereits in der Phase der Brandentstehung an. Thermografiekameras überwachen Produktionsanlagen, Fördertechnik, Lagerbereiche und elektrische Einrichtungen rund um die Uhr. Ergänzende Sensoren erfassen weitere relevante Betriebsdaten und ermöglichen eine automatisierte Bewertung der Risikosituation. Dadurch können kritische Entwicklungen frühzeitig erkannt, Maschinen kontrolliert abgeschaltet und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Für Versicherer gewinnen solche Technologien zunehmend an Bedeutung. Sie schaffen Transparenz über den tatsächlichen Risikozustand eines Betriebes und unterstützen eine objektive Bewertung des betrieblichen Brandschutzes. Gleichzeitig helfen sie Unternehmen, Schäden zu vermeiden, Produktionsausfälle zu reduzieren und die eigene Versicherbarkeit langfristig zu sichern. Aus diesem Grund sind moderne Brandvermeidungssysteme ein wesentlicher Bestandteil des ProtectZert-Regelwerks und werden bei der Bewertung des betrieblichen Risikomanagements besonders berücksichtigt.

Die Digitalisierung eröffnet damit neue Möglichkeiten im vorbeugenden Brandschutz. Sensorik, Thermografie und künstliche Intelligenz entwickeln sich zunehmend von ergänzenden Sicherheitsmaßnahmen zu einem zentralen Baustein moderner Risikomanagementstrategien. Unternehmen profitieren von einer höheren Betriebssicherheit, einer verbesserten Datenbasis für Entscheidungen und einem wirksamen Schutz ihrer Mitarbeiter, Anlagen und Sachwerte.